Wie schnell verlieren Heimspeicher Kapazität? Was acht Jahre Messdaten zeigen
Eine Studie in Nature Energy von 2024 hat 21 Heimspeicher bis zu acht Jahre begleitet. Was sie fand und was das für die Zyklenangaben auf der Verpackung bedeutet.
Was die Studie gemessen hat
Forschende um Jan Figgener haben 21 Heimspeicher in Deutschland im Alltagsbetrieb überwacht, einige davon bis zu acht Jahre lang. Im Mittel verloren die Systeme 2 bis 3 Prozentpunkte nutzbarer Kapazität pro Jahr. Systeme mit Lithium Eisenphosphat Zellen verloren etwa 2,1 Punkte pro Jahr.
Es ist eine der wenigen Studien, die auf echten Haushalten statt auf Laborzyklen beruhen, deshalb nutzen wir sie als Referenz. Sie betrifft fest installierte Heimspeicher, nicht Powerstations oder Balkonspeicher. Sehen Sie sie also als Hinweis zur Zellchemie, nicht als Test eines heute erhältlichen Produkts.
Zyklen auf der Verpackung und Jahre im Haushalt
Viele Geräte werden mit 3.000 oder 6.000 Zyklen bis zu einer Restkapazität von 70 oder 80 Prozent beworben. Bei einem vollen Zyklus pro Tag dauern 6.000 Zyklen über 16 Jahre. Ein Akku altert aber auch mit der Zeit, selbst wenn er kaum genutzt wird. Ginge ein Verlust von etwa 2 Punkten pro Jahr geradlinig weiter, läge ein Speicher nach zehn Jahren bei rund 80 Prozent, gleich was die Zyklenangabe sagt. Eine gerade Linie verspricht die Studie nicht, sie zeigt aber, dass die Jahre und nicht nur die Zyklen die Nutzungsdauer bestimmen.
Was Sie tun können
Lagern Sie den Speicher kühl, trocken und ohne direkte Sonne, denn Wärme beschleunigt die Alterung. Wenn die App es erlaubt, lassen Sie eine Powerstation nicht monatelang bei 100 Prozent stehen, viele Hersteller empfehlen eine Lagerung mit Teilladung. Prüfen Sie die Garantie in Jahren und in Zyklen und welche Restkapazität der Hersteller am Ende zusichert. Rechnen Sie beim Preisvergleich mit realistischen Nutzungsjahren und nicht mit der höchsten Zyklenzahl.